Inferno-Rennen in Mürren/Schweiz

6 Weilheimer Teufelskerle in der weißen Hölle

Zum 75. Mal startete heuer das berühmt berüchtigte „Inferno-Rennen“ im schweizerischen Mürren. Wie schon seit vielen Jahren wagten sich auch in diesem Jubiläumsjahr eine Handvoll wackere Weilheimer Aktive an dieses spezielle Rennsport-Event heran. Um unseren Sportwart Bernd Holl waren Simon Fischer, Rainer Heilemann, Sebastian Liebler, Jürgen und Tim Taxis mit von der Partie.

Das „Inferno“ fand seinen Ursprung bereits im Jahre 1928, ins Leben gerufen von einigen „skiverrückten“ Briten. Mittlerweile ist es das weltweit größte Amateurrennen im Skirennsport ! Waren damals nur gut ein Dutzend Starter auf der Strecke unterwegs, ist die Teilnehmerzahl heute aus Organisations- und Sicherheitsgründen auf 1.850 limitiert. Der Andrang ist weit größer, so gingen in diesem Jahr 2.200 Anmeldungen ein. Bernd Holl und Jürgen Taxis sind bereits knapp 20 Mal mit dabei. Was macht das Rennen aus ? Warum immer wieder Mürren ? „Das Inferno ist in seiner Art einzigartig - Nervenkitzel pur, sportliche Herausforderung, Kampf gegen Vorjahreszeiten, macht riesige Laune – einfach genial !“, fasst Holl zusammen.

Die Veranstaltung bietet neben dem Inferno-Abfahrtslauf auch einen Kombinationswettbewerb ( hier am Start : Sebi Liebler, Jürgen und Tim Taxis ) mit einer Langlaufstrecke sowie einem Riesenslalom. Als Besonderheit zum Jubiläum wurde zusätzlich ein Team-Abfahrtslauf, der „Sir Arnold Lunn Cup“, ausgeschrieben. Maximal 200 Teams zu je vier Fahrern dürfen auf die 14,9 Kilometer lange Strecke. Alle vier Teammitglieder gehen zeitgleich an den Start, alle vier Zeiten werden zusammengezählt, es gibt kein „Streichergebnis“. Der Start liegt auf dem Schilthorn auf 2.970 Metern, das Ziel in Lauterbrunnen auf 800 m. Meisterten die Pioniere vor gut 90 Jahren die 2.170 Höhenmeter in über einer Stunde, liegt der aktuelle Rekord vom Jahre 2013 bei 13.20,53 Minuten ! Die Strecke wartet mit einem besonders hohen Schwierigkeitsgrad sowohl in den steilen Abfahrtsstücken wie auch in den technisch anspruchsvollen Zwischenstrecken und – nicht zu vergessen – den kräftezehrenden Flachstücken auf.

Unsere Sportler reisten bereits am 13. Januar in die Schweiz, um sich mit dem Besuch des Weltcup Rennens in Wengen und der Besichtigung der Lauberhornabfahrt auf ihr bevorstehendes Abenteuer einzustimmen. Bereits seit Jahren wohnt das Weilheimer Team geschlossen beim mittlerweile 80-jährigen Hans und seiner Frau Heidi in einer gemütlichen Ferienwohnung, was den Teamgeist zusätzlich unterstützt. Der rührige Hausherr hat den wackeren Rennfahrern eigens einen Skikeller hergerichtet, der ihnen eine perfekte Präparation des Materials ermöglicht. Montags begann dann bei besten Bedingungen das Training. An beiden folgenden Tagen verhinderte jedoch starker Schneefall weitere Vorbereitungen am Hang, lediglich die Langläufer konnten ihren Trainingsaktivitäten noch nachgehen. Am Mittwoch Abend fiel dann bei sehr starkem Schneefall der Startschuss für den Langlauf. Schnellster Weilheimer war Tim Taxis (18,22 Minuten ) vor Sebi Liebler ( 18,29 min ) und dem „Senior“ der Gruppe, Jürgen Taxis ( 20,18 min ). Auch der Kombinations-Riesenslalom musste bei starkem Schneefall absolviert werden. Unbeeindruckt fuhr jedoch Sebi Liebler in 1.06,54 Minuten auf den 37. Platz von 370 Startern und war damit hervorragender zweitbester Deutscher in dieser Wertung ! Jürgen Taxis belegte mit 1.14,70 min Platz 18 von 79 Startern in der Altersklasse Senioren2. Tim Taxis schied nach einem glimpflichen, aber ärgerlichen Sturz aus.

Die Team-Abfahrt zum „Sir Arnold Lunn Cup“ stand am Freitag Vormittag auf dem Programm. Aufgrund immer noch anhaltender starker Schneefälle und der damit verbundenen Lawinengefahr musste die Strecke stark verkürzt werden. Die Teams starteten am „Allmendhubel“ ( 1.909 Meter ), um rund dreieinhalb Minuten später in Mürren ins Ziel zu fahren. Unser Team 1 ( Rainer Heilemann, Bernd Holl, Sebi Liebler, Jürgen Taxis ) zeigte eine sehr homogene Mannschaftsleistung und fuhr nahezu zeitgleich über die Ziellinie. Mit Platz 24 von 200 und als drittbestes deutsches Team durften die vier Weilheimer mehr als zufrieden mit ihrer Leistung sein. Auch das Team 2 ( Simon Fischer, Tim Taxis und zwei Schweizer „Fremdfahrer“ ) war mit Platz 69 noch deutlich schneller als die Hälfte aller gestarteten Teams. Am Abend galt es dann, die Skier wieder optimal herzurichten, um für den Höhepunkt der Veranstaltung – die Inferno-Abfahrt am Samstag – gut gerüstet zu sein. Da sich die Hoffnung auf eine Wetterbesserung leider nicht bewahrheitet hatte, musste jedoch auch dieses Rennen auf der verkürzten Strecke stattfinden, denn starke Nass-Schneefälle in Kombination mit Wind ließen das Lawinenrisiko explodieren. Bernd Holl lieferte mit 3.02,52 Minuten den schnellsten Weilheimer Lauf ab, der ihn in der Gesamtwertung auf Platz 122 von 1705 gewerteten Läufern brachte. In der Altersklasse Senioren 1 wurde er damit 45. von 445 gewerteten Läufern und drittbester Deutscher ! Damit hat er seine persönliche Zielsetzung, unter die TOP 200 zu fahren, locker erreicht ! Auch Rainer Heilemann dürfte mit seinem Ergebnis zufrieden sein : in 3.08,55 Min. auf Platz 206 in der Gesamtwertung und Platz 116 von 496 gewerteten Läufern in der Hauptklasse. Sebi Liebler fuhr mit 3.09,83 Min. auf Platz 225 in der Gesamtwertung, Platz 130 in der Hauptklasse. Tim Taxis platzierte sich in der Zeit von 3.17,86 Min. auf Platz 340 in der Gesamtwertung und Platz 177 in der Hauptklasse. Simon Fischer ( 3.18,33 Min. ) belegte Platz 351 in der Gesamtwertung und Platz 182 in der Hauptklasse. Jürgen Taxis (3.14,06 Min. ) fuhr auf Platz 379 in der Gesamtwertung und belegte damit einen hervorragenden Platz 24 von 388 gewerteten Läufern in der Altersklasse Senioren 2 ! Allen Grund zu feiern gab es mit diesen guten Platzierungen allemal und beim abendlichen Fest zur Siegerehrung trafen unsere Weilheimer Aktiven auf „altbekannte“ Stimmungsmacher – die „Blaumeisen“, die den Sportlern zum Abschluss des „Inferno 2018“ nochmals teuflisch einheizten.

bl