Teil1: Salzkammergut Trophy

Der heutige Rennbericht ist etwas anderes als die Vergangenen – am letzten Samstag fand in Bad Goisern die legändere Salzkammergut Trophy in Österreich statt. Alleine die Zahlen lassen den Ruf, eines der härtesten Mountainbike Marathons Europas zu sein, bestätigen. 211km – 7100hm – 16 Stunden Zeitlimit. 

Morgens um 2 Uhr klingelte also der Wecker – um 5 fiel dann gemeinsam mit über 800 anderen „Challenger“ der Startschuss. Bei frischen 8-9° herrschte eine angespannte Atmosphäre. Das Motto „Einmal Hölle und zurück“ trifft auf dieses Event mehr als zu.

Ich versuchte das Rennen verhalten anzugehen, um am Ende noch genügend Reserven zu haben. Diese Taktik zahlte sich schlussendlich aus und ich konnte mein konstantes Tempo von ca. 18 km/h bis zum Ende durchfahren. Durch in den Felsen geschlagene Wege, technisch schwierige Abfahrten und steile Anstiege ging es bei bestem Panorama die Strecke entlang. Nach knapp 100km hatte ich etwas mit mir zu kämpfen. Mittlerweile war der Tag schon vorangeschritten und er herrschten sommerliche Temperaturen. Dadurch war es wichtig den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt im Auge zu behalten. Mich rettete eine 25km lange Flachpassage entlang des Hallstädter Sees um etwas zu regenerieren. Danach hieß es den legendären Salzberg zu beklimmen. 3,2km lang – 16% Durchschnittssteigung - 36% Maximalsteigung – und das nach 150km Renndistanz. Aber dort platzte wieder der Knoten und ich konnte bis ins Ziel nochmals einige Plätze gutmachen. 

Mein Ziel den Marathon zwischen 12-13 Stunden zu finishen übertraf ich mit einer Fahrzeit von 11:50 Stunden sogar. Schlussendlich reichte es zu einem 40. Gesamtrang und einem 6. Platz in der M20 Klasse. Jeder der diesen Marathon ins Ziel fährt darf sich „Survivor“ nennen. Von den über 800 gestarteten, erreichten dies nur 520. Für meine erste Ultra-Distanz kann ich damit sehr zufrieden sein. 

 

Teil 2: M3 Montafon - UCI World Series

Am 28. Juli 2018 fand in Schruns im Montafon der M3 Marathon als Lauf der UCI Marathon World Series statt. Sebastian Miller vertrat hier den TSV Weilheim. Mit 130km und 4500hm zählt er zu einer der anspruchsvolleren Marathon des Weltcups. Bereits am ersten Anstieg mit 1000hm merkte ich die vergangenen Strapazen der Salzkammergut Trophy noch deutlich. 12h Wettkampzeit ließen sich in 2 Wochen natürlich nicht kompensieren. Dadurch fand ich im ersten Rennabschnitt keinen schnellen Rhythmus und verlor den Anschluss an die Spitzengruppe. Als es nach 70km noch anfing zu regnen, war die Motivation natürlich nicht mehr groß. Da Aufgeben allerdings keine Option war, versuchte ich trotz 8° am Gipfel des Silvretta Passes Schadensbegrenzung zu betreiben. Ein schleichender Plattfuß 10km vor Ende und eine Zieleinfahrt auf der Felge rundeten das Event ab. Ein Grund zur Freude gab es trotzdem – mit meinem 39. Platz der Elite-Klasse konnte ich meine ersten 2 Weltcup Punkte einfahren. Jetzt genießen wir die Sommerpause und starten Ende August wieder ins Renngeschehen.