Die 1920er Jahre - Gründerzeit weiterer Vereine


Dem Turnverein wurde das bescheidene Plätzchen an der Lindach zu klein. In Gemeinschaftsarbeit wurde daran gegangen, die ehemalige Kiesgrube an der neuen Brücke für Sportzwecke herzurichten.

Nachfolgendes Bild zeigt Weilheimer Turnermädchen im Jahre 1920


1922 am 27. Mai wird durch Beschluß der Mitgliederversammlung für den am 22. März 1922 verstorbenen Johannes Gienger dessen Sohn Albert Gienger, der selbst aktiver Turner war, zum Vorstand gewählt.

Albert Gienger
Albert Gienger

Ab 1923 war Gottlieb Braun (Kupferschmid) Turnwart, danach Karl Kuhn.

Im Löwen- oder Teckgarten fand jährlich ein Abturnen statt, bei welchem die Vereinsmeister ermittelt wurden. Die Gau- und Landesturnfeste wurden mit starken Mannschaften besucht. Dabei kam im Geräteturnen und in der Leichtathletik mancher Eichenkranz nach Weilheim.

In dieser Zeit gab es auch einen eigenen Spielmannszug, der aus Trommlern und Pfeifern bestand, leider hat dieser Ende der 20er Jahre aufgehört zu bestehen.

Mitte der 20er Jahre entstand eine Boxgruppe, aus der sich eine Athletengruppe mit Ringern und Gewichthebern bildete. 1927 wurde eine Ringermatte und eine Hantel angeschafft. Da kein Geld vorhanden war, erfolgte die Finanzierung wieder durch unverzinsliche Anleihescheine. Die Gruppe löste sich im Jahre 1929 allerdings wieder auf, nachdem ein Mitglied einen kleinen Sportunfall erlitten hatte.


 

Karl Schmid, Richard Knayer, Elsa Gienger Ernst Frick, Pauline Frick, Otto Mack und Robert Englert
Karl Schmid, Richard Knayer, Elsa Gienger Ernst Frick, Pauline Frick, Otto Mack und Robert Englert

 

Im Winter 1926/27 wurde im Turnverein bereits Ski gefahren. Dieses Bild beweist dies, gleichzeitig sind dies auch einige der Gründungsmitglieder des Weilheimer Schneelaufvereins.


1926 am 28. August findet im Gasthaus zur Sonne die Gründungsversammlung des Fussballclubs Weilheim statt.
Vorher gab es allerdings bereits eine lose Spielervereinigung, die sich Fussballclub "Limburgia" nannte. Bereits im Jahre 1926 hatte der neu gegründete Fussballclub 82 Mitglieder und 15 Zöglinge. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 1 Mark.


1927 im Februar wurde beim Amtsgericht durch Ochsenwirt Georg Sigel die Eintragung ins Vereinsregister beantragt. Als Sportplatz wurde von der Stadtgemeinde durch Bürgermeister Schmid auf den Farrenwiesen am Egelsberg ein Gelände zur Verfügung gestellt. Die Vereinsfarben waren schwarz/weiß.

1927 wird Jakob Scheufele, Maurermeister, Schriftführer im Turnverein.

Im Jahre 1927 wurden, aus der Kleidung zu schließen, auch in Weilheim die Feste mit Niveau begangen.


An Geld mangelte es in diesen Jahren besonders. Mit Anleihescheinen wurde diesem begegnet.


1928 hat der Fussballverein Weilheim 87 Mitglieder und 16 Zöglinge.
Es ist nachzulesen, daß seit der Gründung des Fussballvereins etliche Mitglieder des Turnvereins zum Fussball übergewechselt sind.

1928 wird die seit 1921 bestehende Damenriege des Turnvereins wieder aktiviert. Eine Anzahl sportbegeisterter junger Mädchen unter Turnwart Otto Mack bildete mit etwa 20 Mitgliedern eine stattliche Riege. Sie hat sich in den folgenden Jahren wesentlich vergrößert. Mit dem Wegzug der Vorturnerin Elsa Gienger ließen die Leistungen nach. Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges löste sich diese Riege auf.


1929 am 26. Januar wird Karl Ulmer, Kaufmann, zum neuen Vorstand des Fußballclubs gewählt. Nach drei Spieljahren erringt der FC Weilheim seinen ersten Pokalsieg in der C-Klasse und steigt in die B-Klasse auf.

1929 wird im Weilheimer Turnverein der erste Versuch unternommen, eine Handballabteilung zu gründen, die ersten Spiele finden statt.

1929 am 17. November wird im Gasthaus zur Rose der Schneelaufverein mit 67 Mitgliedern gegründet. Zum Vorstand wird Notar Albert Wagner gewählt.