1902 - Die Fahnenweihe

Ein erster Markstein in der Vereinsgeschichte war der Sonntag 15. Jun. 1902. Zu der Fahnenweihe wurden die verehrl. Vereine Freunde und Gönner herzlichst eingeladen mit dem Bemerken, daß für gute Bewirtung und angenehme Unterhaltung bestens gesorgt sei. Die verehrliche Einwohnerschaft wurde höflichst gebeten dIe Häuser zu bekränzen und zu beflaggen. Um 5:00 Uhr wurden die Weilheimer mit Bollerschüssen und Musik geweckt. Eine Stunde später begann bereits das Preisturnen der Vereinsmitglieder den 1.Preis errangen Heinrich Erhardt und von den Zöglingen Christoph Scheufele. Im Laufe des Vormittags rückten die Festgäste zu Fuß und mit dem Pferdewagen an. Um 11: 30 Uhr wurde die Fahne in der Kirche geweiht Am Nachmittag bewegte sich ein Festzug durch die prächtig geschmückte Stadt zum Festplatz.

Es beteiligten sich ca. 30 Vereine. In seiner mit großem Beifall aufgenommenen Festrede führte Joh. Gienger aus, "Die heutigen Turnvereine sollen durch Tat und Wort die Gesittung im Volke pflegen und heben. Sie sollen die idealen Güter des Volkes welche unsere großen Dichter und Denker uns hinterlassen haben, hoch halten gegenüber dem materiellen Zug der Zeit der in dem ausschließlichen Streben nach Erwerb und Besitz zu sehr die Selbstsucht groß zieht." Danach übergab Frl. Christine Koser die Fahne Frl. Luise Ulmer überreichte dazu ein von den Festdamen gestiftetes prächtiges Fahnenband. Fahnenträger Schempp nahm die Fahne mit folgenden Worten im Empfang. "Mit Freude und mit dankerfülltem Herzen übernehme ich die mir soeben von treuer Jungfrauenhand übergebene Fahne nebst Fahnenband für den hiesigen Turnverein und gelobe feierlich daß ich die mir anvertraute Fahne mit dem neuen Schmuck jederzeit in treuer Obhut bewahren und sie dem Verein bei freudigen und traurigen Ereignissen vorantragen werde." 

Joh. Gienger übernahm von 1902 bis 1922 die Führung des Turnvereins
Joh. Gienger übernahm von 1902 bis 1922 die Führung des Turnvereins

1903 - Die Vereinssatzung

Am 7.2.1903 findet die Hauptversammlung statt, um die neue Satzung zwecks Eintragung des Vereins in das Vereinsregister zu verabschieden. Der Vorstand wurde auf 6 Jahre gewählt, der Ausschuß auf 2 Jahre. Bis zu einem Betrag von 25 Mark konnte der Ausschuß selbständig verfügen.

Nachfolgend Textinhalt:

"Zweck des Vereins ist Pflege und Förderung des Turnens als eines Mittels zur körperlichen und sittlichen Kräftigung. Die Mitglieder sollen mittelst Turnübungen die Gewandtheit und Praxis sowie durch gesellige Zusammenkünfte die nötige Theorie zur Bildungund zum Bestand einer tüchtigen Turnabteilung erlangen. Ordnung, Sittlichkeit, Berufstreue und Brudersinn sowie die Pflege deutschen Volksbewußtseins und vaterländische Gesinnung werden als Grundbedingungen der Mitgliedschaft betrachtet und überwacht. Alle politischen Parteibetrachtungen sind ausgeschlossen.
Mitglied des Vereins kann nur sein wer das 18. Lebensjahr zurückgelegt hat. Aufnahmefähig als Zögling ist aber wer 14 Jahre alt ist."


Am 1. April 1903 wurde der Antrag an das kgl. Amtsgericht Kirchheim/Teck zur Eintragung gestellt.
Das Vermögen des Vereins:
Turnhalle im Werte von 2.500 Mark, worauf noch 1.400 Mark Schulden lasten.
Am 15. Juli 1903 erscheint in der Neuen Weilheimer Zeitung folgende Mitteilung:
Am 18. Juli 1903 waren es lt. Mitgliederliste 123 Mitglieder.


1905 - Ehrung des langjährigen Kassiers Gottl. Göller


1909 - Generalversammlung
Am 30. Januar 1909 wurde auf der Generalversammlung Joh. Gienger wieder auf sechs Jahre zum Vorstand gewählt. Er hat diesem Amt in seltener Treue bis zu seinem Tode im Jahre 1922 vorgestanden.